

MICE Branche – quo vadis?
fvw
Im Interview mit der fvw nahm Nadja Kahn zu aktuellen Fragen Stellung. Welche Veränderungen gab es seit der Pandemie? Wie wirkt sich der Krieg aus? Und gibt es Hoffnung? Absolut!
Die Event-Branche atmet auf: Nach zwei herausfordernden Jahren der Pandemie verzeichnet der Sektor eine deutliche Erholung und eine stark gestiegene Nachfrage nach Live-Veranstaltungen. „Ich bin überzeugt, dass dieses Jahr ein wirklich umsatzstarkes Jahr für die Event-Branche wird“, berichtet Nadja Kahn, Inhaberin der Hamburger Agentur Kahn Events, die seit über 30 Jahren erfolgreich in der Branche tätig ist.
Der Trend zeigt sich besonders deutlich an der hohen Auslastung beliebter Locations, die teilweise bereits über Monate oder sogar Jahre hinweg ausgebucht sind. Dabei hat sich das Gesicht der Veranstaltungsbranche durchaus gewandelt: Nachhaltigkeit ist vom Nischenthema zum Standard geworden, und hybride Eventformate erweitern die Reichweite von Veranstaltungen deutlich.
Besonders gefragt sind aktuell klassische Get-Together-Formate. „Man spürt regelrecht ein erleichtertes Aufatmen, dass alle wieder gemeinsam feiern können“, erklärt Kahn. Das Bedürfnis nach persönlichem Austausch ist nach der langen Phase der Distanz enorm gewachsen. Unternehmen investieren bewusst in hochwertige Veranstaltungen, um ihren Gästen besondere Erlebnisse zu bieten.
Auch das internationale Geschäft zieht wieder an. Von Budapest über Valencia bis Lissabon – europäische Destinationen stehen wieder hoch im Kurs. Gleichzeitig schätzen viele Kunden die Planungssicherheit von Veranstaltungen im Inland. Dabei zeigt sich auch eine neue Form der sozialen Verantwortung: Einige Unternehmen verzichten bewusst auf aufwendige Rahmenprogramme und setzen die eingesparten Mittel für die Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge ein.
Die Zukunft der Event-Branche präsentiert sich damit als spannende Mischung aus bewährten Formaten und innovativen Konzepten. Persönliche Begegnungen bleiben dabei das Herzstück erfolgreicher Veranstaltungen – ergänzt durch digitale Möglichkeiten und ein geschärftes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung.